Die private Krankenversicherung ist das Gegenstück zur gesetzlichen Krankenkasse. Wer die private Krankenversicherung als Vollversicherung nutzen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Selbständige, Freiberufler und Beamte können sich auf jeden Fall komplett privat versichern. Als Versicherungspflichtiger muss man ein bestimmtes Einkommen überschreiten, um die gesetzliche Krankenversicherung ersetzen zu können. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, kann dennoch von den Leistungen der privaten Krankenversicherung profitieren, indem man die gesetzliche Leistung durch private Zusatzversicherungen ergänzt und damit erhöht.
Die private Krankenversicherung kann man in unterschiedliche Bereiche aufteilen, von denen man dann frei auswählen kann, was man in seinen Versicherungsschutz integrieren und worauf man eher verzichten möchte. Wichtig ist bei dieser Auswahl, dass der Umfang der Leistung sehr großen Einfluß auf den monatlichen Beitrag hat.
Im Bereich der ambulanten Heilbehandlung übernimmt die Versicherung die Kosten für die ärztliche Behandlung und alternative Heilmethoden. Ausserdem kommt sie für die Kosten für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel auf.
Bei einer stationären Behandlung im Krankenhaus kann man sich die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer zusichern lassen sowie die Garantie dafür bekommen, von einem Chefarzt behandelt zu werden. Verzichtet man dann im Ernstfall auf diese Sonderbehandlungen, honoriert die private Krankenversicherung dies, indem man statt dieser Leistung einen täglichen Geldbetrag ausgezahlt bekommt. Abgesehen von einem solchen Verzicht auf zugesagte Leistungen kann man einen derartigen Geldbetrag auch ausgezahlt bekommen, wenn man das sogenannte Krankenhaustagegeld abschliesst. Dieses Geld bekommt man für jeden Tag, den man in der Klinik verbringen muss und wird oft genutzt, um eventuelle Zuzahlungen begleichen zu können.
Der Bereich der Zahnbehandlung und vor allem der des Zahnersatzes ist von sehr großer Bedeutung, weil die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sich immer mehr auf das Nötigste beschränken. Vor allem bei Inlays und Implantaten macht eine private Versicherung großen Sinn, weil man sonst sehr schnell auf eine vernünftige Behandlung verzichten muss, da man die hohe Eigenleistung nicht bezahlen kann.
Für Selbständige ist das Krankentagegeld von sehr großer Bedeutung, weil es einem einen Einkommensersatz garantiert, wenn man wegen länger andauernder Krankheit seinen Job nicht ausüben und so kein Geld verdienen kann. Wichtig ist dieses Krankentagegeld aber auch für Arbeitnehmer, bei denen die Lohnfortzahlung auch nach sechs Wochen aussetzt und man dann ohne Geld dasteht. Die Versicherung zahlt einem ab dem vereinbarten Krankheitstag dann solange täglich den vertraglich festgelegten Betrag aus, bis man wieder gesund und in der Lage ist zu arbeiten.
Der Preis für eine private Krankenversicherung errechnet sich nicht wie bei der gesetzlichen Krankenkasse anhand des monatlichen Einkommens, sondern an dem gewählten Leistungsumfang. Je höher dieser ist, desto mehr bezahlt man auch für seine Versicherung. Weitere Kriterien für die Preisgestaltung sind das Einstiegsalter und der gesundheitliche Zustand bei Vertragsbeginn. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, möglichst frühzeitig eine private Krankenversicherung abzuschliessen, um noch jung und ohne Vorerkrankungen von einem günstigeren Beitrag zu profitieren.
Aufgrund der vielen verschiedenen Anbieter lohnt sich auf jeden Fall auch ein Vergleich der unterschiedlichen Tarife, um für sich den Vertrag mit den am besten zu einem passenden Konditionen zu finden. Durch einen solchen Vergleich kann man auch einen günstigen Beitrag erreichen, ohne auf einen sehr guten Versicherungsschutz verzichten zu müssen.